Vom Südtiroler Etschtal aus gesehen ist der Monte Roen, der sich westlich hinter Tramin erhebt, mit seinen 2.116 Metern Höhe nicht eindeutig als Gipfel auszumachen. Steht man jedoch oben, eröffnet sich dem Betrachter eine ungeahnte Fernsicht über die Bergwelt Südtirols und des Trentino. Der Blick vom Gipfel schweift über gebirgige Riesen bis zum Horizont, von den Dolomiten über die Brenta- und Adamello-Gruppe zum Ortler-Gebiet und im Norden bis zu den Dreitausendern des Alpenhauptkammes. Die Aussicht sucht ihresgleichen.
Der Roen ist die höchste Erhebung im felsigen Mendel-Gebirge. Er zählt aus geologischer Sicht zur Nonsberggruppe, die – im Südwesten von Bozen gelegen – das Südtiroler Unterland vom Trentino trennt. Während er sich von Südtiroler Seite schroff abfallend und als felsige Krone über den bewaldeten Steilhängen präsentiert, gleicht er von Trentiner Seite einer sanften Bergwiesenlandschaft.
Wanderer können den Monte Roen im Süden Südtirols auf unterschiedlichen Wegen erklimmen. Entweder beginnt man die anspruchsvolle Wanderung auf den Roen direkt von Tramin aus oder fährt mit dem Auto oder der Mendelbahn von Kaltern auf den Mendelpass, um sich von dort zum Gipfelsturm aufzumachen. Die Wanderwege sind einfach und durchwegs leicht begehbar, erst kurz vor dem Gipfel wird der Pfad etwas enger und erfordert mehr Trittsicherheit. Unterwegs findet man gemütliche bewirtschaftete Almen und Hütten für die stärkende Einkehr.
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