Südtirol
St. Valentin Kirche - Friedhof

St. Valentin

Unsere Friedhofskirche zu St. Valentin

Die Kirche St. Valentin liegt südlich von Tramin an der Südtiroler Weinstraße und dient seit 1787 als Friedhofskirche. Bereits zuvor existierte dort ein Pestfriedhof. Der malerisch in Weinbergen gelegene, terrassenförmig angelegte Friedhof wird von klassizistischen Arkaden mit einer Kapelle und einem Torbau begrenzt.

Die St.-Valentin-Kapelle wurde erstmals 1276 erwähnt. Sie besaß eine romanische Apsis aus quadratischen Sandsteinplatten mit gekehltem Gesims. Die heutige Südmauer stammt vermutlich noch aus dem ursprünglichen Kapellenschiff. Geweiht war die Kapelle dem Priester Valentin, der 269 in Rom unter Kaiser Claudius Goticus enthauptet wurde. Im 14. Jahrhundert wurde die Kapelle umfassend umgebaut, das Kirchenschiff erweitert und mit einer Holzdecke versehen. Über der alten Apsis entstand ein Turm mit Rundbogenschallfenstern, und ein Pfeiler wurde zur Stabilisierung des Triumphbogens errichtet. Im 15. Jahrhundert erhielt der Turm seinen heutigen Spitzhelm, und an der Nordostecke wurde eine Sakristei angebaut. In der Barockzeit kamen rechteckige Fassadenfenster hinzu.

Seit 1638 bestand in der Kirche ein Benefizium, das abwechselnd vom Bischof und der Gemeinde Tramin vergeben wurde. Erst 1986 wurde es endgültig aufgehoben. Die Innenausstattung ist schlicht, mit Estrichboden und erneuerter Holzfelderdecke. Einige spätgotische Elemente wie das Spitzbogenportal und die steingerahmte Schulterbogentür zur Sakristei sind erhalten geblieben. Auch eine romanische Mauernische sowie eine gemauerte Altar-Mensa sind noch vorhanden.

Besonders bedeutend sind die Fresken, die größtenteils im 20. Jahrhundert wieder freigelegt und nach 1984 restauriert wurden. Sie zeigen biblische Szenen, darunter das Leben des Hl. Valentin, die Legende der Hl. Ursula, Passionsdarstellungen und Szenen aus der Auferstehungsgeschichte. Die Fresken an der Apsis aus dem frühen 14. Jahrhundert zeigen die vier Evangelisten in Spitzbogenfeldern. Weitere Fresken aus dem Jahr 1368 stammen aus dem höfischen Stil und verbinden nordische mit oberitalienischen Elementen. Konrad Erlin, ein Künstler aus dem Raum Bozen, wird die Gestaltung der Ursula-Legende und des Passionszyklus im frühen 15. Jahrhundert zugeschrieben.

Die Fresken der Westfassade sind leider nicht erhalten geblieben, doch das Innere der Kirche St. Valentin stellt ein bedeutendes Beispiel der Bozner Kunsttradition zwischen 1360 und 1430 dar und beeindruckt durch seine qualitätvollen Wandmalereien sowie die harmonische Verbindung von gotischer Architektur und sakraler Bildkunst.

Öffnungszeiten

Der Schlüssel zur St. Valentinskapelle ist im Tourismusverein Tramin erhältlich. Die Öffnungszeiten für die Schlüsselabholung sind:

  • Vom 16. November bis 18. März: Montag bis Freitag, vormittags von 9:00 bis 12:00 Uhr
  • Vom 19. März bis 15. November: Montag bis Freitag, vormittags von 9:00 bis 12:00 Uhr und nachmittags von 14:00 bis 18:00 Uhr
  • Vom 19. April bis 31. Oktober: Zusätzlich auch samstags von 9:00 bis 12:00 Uhr

Führungen

Eine spezielle Führung mit Jürgen Geier widmet sich jeden Mittwoch den mittelalterlichen Wandmalereien der St.-Valentin-Kirche.

Malwettbewerb in Tramin entdecken
vom 1. April bis zum 16. Oktober

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Romanik und werden Sie selbst kreativ. Der Malwettbewerb in Tramin lädt Kinder und Jugendliche dazu ein, die Kirche St. Valentin künstlerisch zu entdecken.
Mehr erfahren und Hier teilnehmen.

Tage der Romanik erleben
10. und 11. Oktober

Erleben Sie die Kirche St. Valentin im Rahmen der Tage der Romanik von ihrer eindrucksvollsten Seite. Spannende Einblicke, kulturelle Highlights und besondere Führungen machen diese Tage zu einem einzigartigen Erlebnis.
Mehr findest Du Hier.

Hier ein kleiner Einblick in die St. Valentinskirche am Friedhof

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