Die Kirche zum Hl. Mauritius prägt die kleine Fraktion Söll nördlich von Tramin. Ihrem Patron – dem Hl. Mauritius, dem legendären Anführer der Thebäischen Legion – verdankt sie ihren Namen. Bereits die Wahl dieses Heiligen lässt auf eine Entstehung in der Zeit ritterlicher Frömmigkeit, also der Kreuzfahrerzeit, schließen. Erste schriftliche Erwähnung fand das Gotteshaus im Jahr 1390 im Zusammenhang mit einer Ablassverleihung – doch Hinweise in der Bausubstanz deuten auf ein deutlich früheres Bestehen zurück, vermutlich bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Das ursprüngliche, romanische Langhaus mit flacher Holzdecke ist in seinen Grundmauern erhalten. Um 1370/80 wurde der ältere Chor durch einen neuen gotischen Polygonchor ersetzt, das Kirchendach erneuert und der bestehende Turm – mit seinen typischen romanischen Schallöffnungen – aufgestockt und mit einer zweigeschossigen Glockenstube sowie einem gemauerten Pyramidendach versehen.
Um 1470 folgte eine bedeutende Erweiterung: Die Südwand des Langhauses wurde durchbrochen und ein gotisches Seitenschiff angebaut, das bis heute das asymmetrische Erscheinungsbild der Kirche prägt. Gleichzeitig entstand die zweigeschossige Sakristei im Winkel zwischen Glockenturm und Seitenschiff. Im Inneren beeindruckt der Chor durch ein filigranes Radialrippengewölbe. Rote Quaderimitationen zieren die Fassaden.
Besonders bemerkenswert sind die Wandmalereien, die wohl um 1380 entstanden: Reste eines Passions- und Heiligenzyklus sind an der Nord- und Westwand erhalten. Auch im Dachraum über dem Hauptschiff finden sich Fragmente gotischer Malerei – darunter ein seltenes Christophorusfresko mit dem Christuskind, stilistisch in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert.
Der Hochaltar stammt etwa aus dem Jahr 1520. Die erhaltenen Bildtafeln, darunter Darstellungen von Adam und Eva, werden dem Umkreis des Bartlmä Dill Riemenschneider zugeschrieben.
Die Kirche ist täglich durchgehend geöffnet.

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